Sparen kommt teurer als man denkt!
 

Im Grundsatz können wir dem Süddeutschen Möbelhandel sicher kein unseriöses Handeln vorwerfen.

Immer wieder bin ich jedoch überrascht, mit welchen Methoden einige  Kaufabschlüsse herbeigeführt werden - insbesondere dann, wenn sich der potentielle Kunde auch noch in der Schweiz orientieren möchte!

 
Trick 1:

Verschweigen der Schweizer Mehrwertsteuer von 8%

Argument des Verkäufers:

"Als Schweizer müssen Sie die 19% Deutsche Mehrwertsteuer nicht bezahlen!"

und bestenfalls:

"Am Zoll kommt noch ein kleiner Betrag dazu"

 

Wird ein Produkt aus Deutschland ausgeführt, fällt auch die Deutsche Mehrwertsteuer nicht an - der angebotene Preis ist verlockend.

Jedoch wird verschwiegen, dass bei der Einfuhr 8% Schweizer Mehrwertsteuer fällig wird. Bei gewerblicher Wareneinfuhr, also durch den Händler, benötigt man zudem ein Verzollungsbüro. Dieses verrechnet seine Leistung mit CHF 50.- bis 100.-

 

Steht im Kleingedruckten "Unverzollt und unversteuert" tragen Sie die Kosten und müssen diese im korrekten Preisvergleich dazu schlagen. Der Preis kann nur verglichen werden, wenn Sie "Lieferung verzollt und versteuert" vereinbart haben.

   
Trick 2: Einmalige Chance bieten und gleichzeitig unter Druck setzen

Argument des Verkäufers:

"Diesen Rabatt kann ich Ihnen nur geben, wenn Sie heute unterschreiben!"

oder

"Der Hersteller hat bereits Aufgeschlagen, aber nur heute kann ich diesen Preis ausnahmsweise noch machen!"

 

Ein seriöser Verkäufer kann ein Angebot auch länger aufrecht erhalten. Dies ist nur ein Druckmittel um den Kauf herbei zu führen.

Natürlich gibt es auch die Situation, dass ein Hersteller die Preise erhöht oder eine Aktion endet. Dann hat der Verkäufer aber bereits die neue Preisliste und kann eine verbindliche Auskunft zum neuen Kaufpreis machen.

   
Trick 3:

Falsche Angaben zur Mehrwertsteuer-Berechnung

Argument des Verkäufers:

"Vom angeschriebenen Preis können Sie als Schweizer 19% abziehen"

  Stimmt nicht - denn die Mehrwertsteuer bezieht sich nicht auf den Bruttopreis!

Die Mehrwertsteuer von 19% wird auf den unversteuerten Kaufpreis von zum Beispiel € 1'000.- dazu geschlagen. Der angeschriebene Verkaufspreis ist somit € 1'190.-

Ziehe ich gemäss Aussage hiervon 19% ab, erhalte ich nur noch € 960.- [rechnen Sie selbst]

Zu bezahlen sind jedoch nach wie vor € 1'000.- und 8% Schweizer Mehrwertsteuer, also € 1'080.-

 

Korrekt ist also ein Abzug von 15.9% und ein Zuschlag von 8% Schweizer Mehrwertsteuer.

   
Trick 4: Diskreditierung des Schweizer Händlers

Argument des Verkäufers:

"Ein Schweizer Händler kann bei diesen Preisen nicht mithalten, der Euro ist so günstig wie noch nie!"

 

Stimmt nicht - denn auch wir kaufen in Euro so günstig ein wie noch nie!

Wo immer möglich geben wir die Kursvorteile weiter!

 

Leider gibt es im Möbelhandel einige grosse Anbieter die sich bisher nicht oder kaum bewegt haben. Diese streichen die Kursvorteile ein und Schaden der ganzen Branche, weil Ihr Verhalten von den Medien verbreitet und vom Konsument als allgemein gültig angenommen wird!

 

Tatsächlich können Preisunterschiede vorhanden sein. Sehr oft werden jedoch verschiedene, aber ähnliche aussehende Produkte, verglichen. Oder es wird mit falschen Angaben gerechnet.

Zum Teil ist bereits die Werbung der Deutschen Anbieter in die Schweiz entsprechend irreführend aufgebaut:

 
Trick 5:

Mischung von Topmarken und günstiger Ware

 

Zumindest einer der grossen Anbieter aus dem Süddeutschen Raum hat die letzten Jahre regelmässig mit Prospekten und Inseraten für Markenware in der Schweiz geworben. Zum Teil gleich Doppelseiten mit den entsprechenden Logos der Qualitätshersteller und den hochwertigen Produkten. Jedoch wird als jeweils einziges Preisbeispiel ein günstiges Massenprodukt eingeschoben, um billige Deutsche Preise zu suggerieren!

   
Trick 6:

Lockvögel zu Dumpingpreisen

 

Modelle in Prospekten werden mit Margen kalkuliert, von denen die Deutschen selber nicht leben können. Denn die Deutschen Händler buhlen auch untereinander um jeden Kunden und um jeden Preis.

 

Weil aber auch in Deutschland Geld verdient werden muss, gelten die Preise nur gerade für die Prospektvariante. Ändert man Farbe, Bezug oder Zusammenstellung wird hoch kalkuliert. Oder noch ärger, die Ware ist im Laden normal angeschrieben und der Prospektpreis wird nur gewährt, wenn man den Preis reklamiert.

 

Auch diese Marketing-Massnahmen zielen nur darauf ab, günstiger zu erscheinen als man letzten Endes ist, um so Kunden ins Geschäft zu locken.

 
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